Punch Pro – Unterwegs mit einem Weekender

Björn ist Kommunikationsdesigner und spezialisiert auf das Thema Identität mit Kunden in der ganzen Republik. Als freier Berater und Experte für das Thema Identität entwickelt er Unternehmenskulturen und Organisationsprozesse mit Hilfe strategischer Kommunikationsgestaltung. In seiner Freizeit ist er passionierter (Analog)-Fotograf, fährt Fahrrad und absolviert eine Ausbildung zum Existenzanalytischen Berater. Und er ist immer mobil!

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Hallo Björn, schön, Dich zu treffen!

Danke! Ich freue mich auch euch zu treffen!

 

Du bist ja wirklich oft unterwegs. Wie bringst Du das organisatorisch alles zusammen?

Alles eine Frage der Prioritäten. Das Schöne an Arbeitsreisen ist, dass man viel im Zug erledigen kann und sich bei Ankunft dann auf das Thema vor Ort konzentrieren kann. Ich mag das Unterwegssein – immer wieder neue Menschen zu treffen, spannende Geschichten zu erleben und leckeres Essen zu entdecken.

 

Und worum geht es inhaltlich bei Deiner Arbeit?

Studiert habe ich Kommunikationsdesign und komme aus der Gestaltung von Medien, heute hat sich das Gestaltungsfeld verändert. Es geht eher um die Gestaltung von Organisationen, Kulturen und Prozessen.

 

„Mehr und mehr Unternehmen sind im Wandel, da kommen gerade einige Dynamiken zusammen und die Arbeitswelt ist im Umbruch.“

 

Gestaltung von Organisationen, Kulturen oder Prozessen? Erklär das bitte genauer!

Das ist nicht so einfach auf den Punkt zu bringen – jeder Kunde, jeder Klient ist verschieden und kommt mit verschiedenen Anforderungen auf mich zu. Da ist das Spektrum breit: Von einfachen Beratungsgesprächen zu möglichen kommunikativen Baustellen oder zu langjährigen Prozessen in der Organisation und Unternehmenskulturentwicklung. Mehr und mehr ist auch das Thema „Führungskräfte Coaching“ gefragt.

Auf meiner Webseite zum Beispiel gebe ich keine Leistungen an oder propagiere eine Methode. Viele kommen auf mich zu und sagen: Irgendwie verstehe ich nicht, was du eigentlich machst – es ist immer interessant und gut – lass uns mal zusammensetzen. Das ist schon ein schöner Filter. Menschen, die dann auf mich zukommen, haben bereits eine erste Offenheit für das, was da kommen mag.

Zentrales Thema ist mehr und mehr die Sinn- und Wertebestimmung bei und durch die Arbeit. Unsere Arbeitszeit nimmt so viel Lebenszeit ein, dass wir bestrebt sind, etwas Sinnvolles mit unserer Arbeit zu erschaffen, aber auch dass die Arbeit an sich sinnvoll ist, damit ich als Mensch in der Organisation wahrgenommen werde.

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Das klingt spannend – aber „Sinn“ bei der Arbeit? Passt das?

Klar passt das! Mehr und mehr Unternehmen sind im Wandel, da kommen gerade einige Dynamiken zusammen und die Arbeitswelt ist im Umbruch.

Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Industrialisierung, die Art und Weise der Arbeit ändert sich – unsere Gesellschaft ändert sich. Exemplarisch sei nur die Digitalisierung und der demografische Wandel genannt. Allein diese beiden Themenfelder bringen einiges an Wandelpotenzial mit sich. Wo ich früher noch im Schichtdienst in der Fabrik am Band stehen musste, erledige ich heute meine Arbeit im Zug per Mouse-Klick, um es sehr klischeehaft auszudrücken.

Früher war meine Arbeitswelt, mein Beruf, Bestimmung meiner Identität: Ich bin Fleischfachverkäufer (wie vlt. mein Vater auch schon) und das bin ich von der Ausbildung bis zur Rente – die Zeiten sind noch nicht lange her. Heute erleben wir mehr und mehr eine Identitätsbestimmung, die auf Sinn und Werte ausgerichtet ist: Welche Organisation passt da zu mir? Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf die Welt? Wie ist der Arbeitsalltag?

Das stellt an die Unternehmen neue Anforderungen: Man rüstet sich mehr und mehr auf für den War of Talents – aber der ist nicht zu gewinnen mit Flyern, Kugelschreibern und Traubenzucker, sondern nur mit einer konsequenten Haltung der Offenheit und Dialogbereitschaft mit meinem potenziellen Bewerberklientel, meinen Mitarbeitern und meinen Kunden. Ich muss mich selbst als Unternehmen hinterfragen, meine Prozesse, Produkte und Dienstleistungen besser verstehen und meine Kommunikation (intern/extern) bewusst gestalten. Und da ist der Sinn eine wichtige Komponente.

 

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Wie bewegst Du Dich im Alltag fort? Und wie kommst Du immer von A nach B und zurück?

Ich bin ein großer Fan von Intermodalität: Von Zuhause zum Bahnhof mit dem Rad oder dem hiesigen ÖPNV-Anbieter, dann ab in den Zug und am Zielort ins Taxi oder Mietrad (bitte mehr davon!).

Gut, dass man das alles mittlerweile mit dem Smartphone und den zugehörigen Apps schnell und unkompliziert erledigen kann. Wobei ich immer den Fokus auf das Fahrrad lege. Das Thema Fahrrad ist eine eigene Philosophie für sich.

 

Wenn man viel herumkommt: Welchen Stellenwert hat dabei der Begriff „Heimat“? Kann man das heutzutage noch anhand eines echten Ortes definieren?

Für mich beschreibt der Heimatbegriff am besten die Verbindung, die ich zu einzelnen Personen an Orten habe und welche positiven Emotionen ich damit verknüpfe. Die Menschen machen für mich immer den Unterschied, ob ich mich beheimatet fühle oder halt nicht. „Heimat“ ist auch wieder sehr an meine Identität geknüpft.

Früher war ich halt der Fleischfachverkäufer in meinem Dorf. Heute ist das eher in Etappen – Heimat auf Etappen oder auch Heimatbiografien: Ich gehe in Hannover zu Schule, studiere in Leipzig, mache Urlaubssemester in New York und Work-And-Travel in Australien. Arbeite später erst in Berlin und dann ziehe ich doch wieder in mein Dorf, um meine Kinder großzuziehen. Alles ist Heimat – die Menschen, die ich kennenlerne, bleiben in meiner virtuellen Freundesliste und man trifft sich alle Jahre wieder. Vielleicht in Norwegen, somit wird das ein Teil meiner Heimat.

 

Auch für ein Wochenende in einer anderen Stadt muss man ja gut gerüstet sein. Wie organisierst Du Dich?

Ich halte mich da für recht pragmatisch. Ich brauche nicht viel an Krimskrams oder mehrere Outfits. Was auf Reisen nie fehlen darf: Smartphone, Kopfhörer, Ladekabel, ein Fotoapparat und meine Kreditkarte. Los geht´s!

 

Vielen Dank für das Gespräch – und allzeit gute Fahrt!

Auch Euch Danke! Bis dahin.

 

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