KASTANIENALLEE

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Dr. Motte lebt hier nicht mehr. Der Erfinder der Love-Parade ist weiter gezogen. Ein stummer Protest gegen die „Gentrifizierung“ – ein Phänomen, das in Metropolen auftritt: Die braven Ureinwohner eines Stadtteils werden verdrängt. Early Adopter, Kreative, Hipster rücken nach. Folge: die Mieten für Wohnraum und Läden steigen.

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Heute mittag auf der Kastanienallee

Aber irgendwann kommen auch die Familienväter mit ihren SUVs, die Büros der Werbeagenturen und ein Starbucks. Dann ist wieder alles ganz spießig, der Trend kippt ins Un-Hippe – und alle wollen nur noch weg. Zurück bleibt ein Stadtviertel, abgenagt wie ein Knochen. So geschehen zum Beispiel in Prenzlauer Berg rund um den Kollwitz-Platz. Als dort sogar Tom Cruise mit Suri auf dem Kinderspielplatz tollte, war das sozusagen der Gnadenschuß für diesen Kiez.

Die Kastanienalle – unlängst mit neuen Bürgersteigen und Parkbuchten schön heraus geputzt – ist dagegen total hip. Nur halt nicht mehr bei Dr. Motte. Man nennt sie mittlerweile – ein Wortspiel – auch „Casting-Allee“. Die Straße nun deshalb schon als „Laufsteg“ zu  bezeichnen, wäre aber gewiß etwas verfrüht. Dazu ist der Tonfall der zwischen den Straßenbahnen Slalom fahrenden Radler doch noch etwas zu barsch. Und so manche illegal hausbesetzte Immobilie grüßt noch immer mit grellen Bannern wie „Bitte besetzt mich, bevor die Arschlöcher kommen!“

Det is Balin, wa? Aufbruch, Wandel und Frühlingsgefühle allerorten. Welche Tasche drückte das besser aus als die BREE Sofia 4?! Eine Hobo-Bag, so benannt nach den Wanderarbeitern und Vagabunden im Westen der U.S.A. um 1890. Heute nachmittag fotografierten wir die neue Lieblingstasche im warmen Sonnenlicht auf der Kastanienallee in Berlin.

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BREE Sofia 4

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Kastanienallee – Prenzlauer Berg

  (Fotos © Lilliluise Felsenstein)